Wie Teltarif meldet, haben sich die Verantwortlichen bei E-Plus mal wieder einen schönen Dienst ausgedacht und stillschweigend eingeführt.
Wenn davon nur die Kunden betroffen wären, wär es mir ja als (überzeugter) T-Mobile-Kunde eigentlich egal, aber in dem Fall sind es eher die Anrufer. Und da in meinem Bekanntenkreis doch einige E-Plus-Kunden zu finden sind, gefällt mir der Dienst überhaupt nicht.
E-Plus meint, es wäre sinnvoll, wenn der Angerufene eine SMS mit der Nummer des Anrufers erhält, nachdem er diesen weggedrückt hat. Der Anrufer erhält dann eine Ansage, dass dem E-Plus-Kunden eine SMS geschickt wird, andere Anbieter begnügen sich da mit einem Besetztzeichen, was den Anrufer nichts kostet. Doch wozu braucht der Angerufene die SMS? Die Nummer des Anrufers steht nach dem Abweisen sowieso schon irgendwo in seinen Anruflisten. E-Plus meint wohl, das wäre eine gute Erinnerungshilfe, dass "da noch jemand ist", der zurückgerufen werden soll. Der Dienst dient also nur der Generierung von Gesprächen.
Da E-Plus diesen Dienst stillschweigend bei Vertragskunden aktiviert hat, sollten die lieben Kunden dagegen bitte was tun. Aber wie bei diesem Anbieter so üblich (z.B. auch die Abschaltung der Mailbox), lässt sich das nicht einfach direkt im Telefon deaktivieren, sondern man muss die Hotline bemühen. Gerüchten zufolge soll ein resolutes Auftreten und eine Kündigungsdrohung dem Kunden sogar noch eine 5€-Gutschrift einbringen, laut Hotline "um den Anrufern das Geld zurückzugeben".
Bislang hatte sich E-Plus eigentlich als fairer Anbieter - lediglich mit schlechter Netzabdeckung - in meinem Kopf festgesetzt, nach dieser Aktion muss ich das aber wohl revidieren. Damit reiht sich E-Plus nahtlos in die Liste der Anbieter ein, die sich selbst nicht geleistete Dienst bezahlen lassen. Beispielsweise informiert O2 ihre Kunden sowohl über Anrufe bei Nichterreichbarkeit als auch über Anrufe bei besetztem Anschluss [1] [2]. Ersteres bezahlt der Anrufer, letzteres soll für ihn kostenfrei sein. Auch Vodafone will dem in nichts nachstehen und informiert die Kunden über entgangene Anrufe, während das Handy nicht im Netz eingebucht war. Dass es auch besser geht, zeigt der (Noch-)Marktführer T-Mobile: Dieser bietet den SMS-Info-Service auch an, jedoch kostenlos, genau wie E-Plus den Nichterreichbarkeits-Service weiterhin ohne Kosten für den Anrufer anbietet.
Man kann nur hoffen, dass die Anbieter irgendwann einsehen, dass hohe Handysubventionen nicht alles sind, Service und faire Tarife sind für den Kunden auf lange Sicht wichtiger. T-Mobile ist mit gekürzten Subventionen auf dem richtigen Weg, diese Ersparnis sollte nun nur noch an die Verbraucher in Form von attraktiven Tarifen weitergegeben werden. Solange jedoch die Jugendlichen weiterhin zu überhöhten Preisen Millionen SMS verschicken und mit Klingeltönen und Handylogos den Anbietern Gelder in die Kassen spülen, wird sich da wohl leider nichts ändern.